Eidg. Musikfest (24. + 25. Juni 2006)
(Hinweis: Die ist ein subjektiver Bericht einer Einzelperson. Sie spricht unter Umständen nicht für die ganze Musikgesellschaft)
Nach zehn Jahren war es wieder einmal soweit. Die MG Gerzensee misst sich mit Musikgesellschaften aus der ganzen Schweiz. Um das Wichtigste schon vorweg zu nehmen: Es sind alle zufrieden und ohne Unfälle nach Hause gekommen. Jedenfalls jene Stimmen, welche ich zu hören bekommen habe.
Angefangen hat das Abenteuer am Samstag, 24. Juni 2006 auf dem Kreuzplatz in Gerzensee. Kurz nach neun Uhr fuhr der Car Richtung Luzern los. Mit einer kleinen Verspätung sind wir auf der Allmend in Luzern angekommen, wo gleich das Fotoshooting angesagt war.
Nach dem Fototermin gings gleich ab zum Mittagessen, wo wir uns für den Nachmittag und Abend stärken konnten. Anschliessend hiess es Zimmerbeziehen. Ungefähr zwanzig Personen haben als Unterkunft die ZSA gewählt. Leider war diese ZSA in Emmen angesiedelt und so haben sich einige Personen (Tambouren) dazu entschlossen, diese Unterkunft nicht zu benutzen und das Gepäck gleich wieder mitgenommen. Wir wollten ja sowieso nicht schlafen, sondern feiern :-)
Der Rest des Nachmittags stand zur freien Verfügung. Wir haben die Zeit genutzt um die Atmosphäre auf der Festemeile von dem KKL zu schnuppern und dem Treiben zuzuschauen.
Gegen abend war dann wieder Treffpunkt auf der Allmend, weil unser erster Einsatz bevorstand. Das Wetter übrigens bis dahin traumhaft schön und heiss. Es machten sich aber langsam Gewitterwolken breit.
Um halb sieben fuhr unser Schiff Richtung Marschmusikstrecke los und gleichzeitig zeigten sich die ersten Tropfen. Das Tröpfeln verwandelte sich immer mehr in Regen und aus diesem Grund wurde der Wettbewerb (Marschmusik) unterbrochen. Nach einiger Zeit des Wartens im Regen, haben die Verantwortlichen alle noch zu bewertenden MGs in eine Einstellhalle geschickt, um auf weitere Entscheide des OKs zu warten. Es wurde beschlossen, dass die Marschmusik freiwillig zu Ende geführt werden sollte. Wir haben "Ja" gesagt, weil wir eh schon dort und die Instrumente nass waren.
Und so konnten wir Tambouren im Regen unsere 16 Takte doch noch spielen. Sonst wären wir vergeblich nach Luzern gefahren, was jammerschade gewesen wäre :-) Mit dem Resultat können wir zufrieden sein: Wir haben ein "sehr gut" erreicht. Ziel erreicht, auch wenn es den einen oder anderen Fehler gab. Ob es einen Regenbonus gab, sei offen gelassen.
Auf der Schifffahrt zurück zum KKL haben Tom und ich zusammen mit ein paar Zürcher Tambouren einige Stücke gespielt. Das hat die Stimmung meinerseits wieder stark gehoben. Wir haben dann auch noch eine Marschmusik vom Schiff Richtung Shuttlebus gemacht, was den Leuten Spass gemacht hat.
Später am Abend haben wir (Tom und ich) uns mit Ivan vom Tambourenverein Frutigland getroffen, damit wir zusammen gässlen konnten. Der Anfang sei kurz gemacht. Wir sind über die Hauptbrücke von Luzern Richtung Festmeile marschiert und sind dort auf einen anderen Tambourenverein (
www.t-o-m.ch) gestossen. Sie waren gerade am Aufstellen ihrer Instrumente. Und so haben wir zu dritt den Rhy Express angefangen, wo dann nach und nach die T-O-Ms eingesetzt haben (ca. 10 Tambouren). Spontan, wohlgemerkt. Das war schon der erste Höhepunkt. Die Zuschauer haben sich um uns gescharrt. Die T-O-Ms haben dann ein Showprogramm zum besten gegeben und die Leute haben mitgemacht und mitgetanzt. Es war einfach genial. Leider hat dann die Polizei den Auftritt kurz gestört, weil sie die Strasse wieder freigeben wollte. Der Show konnte die aber nichts antun. Wir haben einfach die Instrumente einige Meter auf einen freien Platz verschoben und weitergespielt. Sogar die Zuschauer sind uns bzw. den T-O-Ms gefolgt. Wir drei „Aussenseiter“ konnten bei Stücken mithelfen, welche wir kannten. War echt lustig.
Nach einiger Zeit hiess es „Bühne verlassen“ und an einem anderen Ort weiterspielen. Die Verschiebung ging natürlich nicht lautlos vonstatten. Wir haben wieder Marschmusik gemacht vom Feinsten. Am zweiten Ort haben dann Tom und ich zusätzlich unser „Namenloses“ Stück gespielt mit zwei kleinen Fehlern, welche die Zuschauer wohl nicht gross bemerkt haben.
Um ein Uhr hiess es dann Abschied nehmen von den T-O-Ms und auch Ivan hat sich mit seinen Kindern langsam Richtung Bett gemacht. Daraufhin sind Tom und ich auf die Suche nach anderen Blauen (unsere blaue Uniformen sind gemeint :-) gegangen und schon bald fündig geworden. Kurz und gut: Wir sind nach einiger Zeit im Bahnhof gelandet, welches als einiges Lokal noch geöffnet hatte.
Unsere Helden (Kusi, Beer, Rotsch) haben natürlich gleich irgendwelche Frauen angequatscht. Wie könnte es anders sein. Es war lustig. Beer war ganz vernarrt in die Eine (Karin) hat sich aber nicht getraut, nach der Handynummer zu fragen. Wie blöd. Wäre mir aber gleich gegangen; muss ich ehrlich sagen. Tja, „ds Leben isch kes Güezi“, würde an dieser Stelle jemand sagen :-)
Irgendwann nach vier Uhr war dann allgemeine Aufbruchstimmung. Und so haben wir ein Taxi genommen und sind auf die Allmend gefahren. Rucksäcke schnappen und Schlafstelle suchen hiess es als nächstes. Die Kaserne war leider zu, der Rasen noch nass, aber dafür die Tribüne einer Pferderennbahn mit einem Teppich belegt :-) War schon fast sehr gemütlich. Jedenfalls für jene mit Schlafsack. Zwei hatten sie zu Hause vergessen und mussten halt in der Uniform schlafen.
So sind kurz vor Tagesanbruch auch noch zur Ruhe gekommen. Irgendwann kamen noch andere Leute mit der gleichen Idee auf die Tribüne. Wir haben dann geschlafen, bis uns die Sonne weckte und es zu heiss wurde im Schlafsack. Das war so um halb neun und genau richtig um noch zum Frühstück zu erscheinen.
Dann hiess es wieder freie Zeit, bis die MG um ein Uhr ihren Einsatz. Wir waren natürlich während den Vorträgen anwesend und konnte sie so wenigstens moralisch bzw. gedanklich unterstützen :-) Auch hier waren die Musikantinnen und Musikanten mit der Benotung zufrieden, wenn auch nicht gerade euphorisch. Es hat zu einem „Gut“ gereicht. Ich persönlich kann es zu wenig beurteilen. Aus meiner Sicht haben sie sehr gut gespielt.
Dann hiess es noch Rangverkündigung und nach Hause fahren. In Gerzensee gab es noch einen grossen Empfang. Die Turner und Sänger hatten am gleichen Sonntag auch ihre Wettkampfeinsätze und mit guten bis sehr guten Resultaten nach Hause gekommen. Gratulation an dieser Stelle.
Ich war dann froh, dass ich zu Hause aus den Klamotten und das Hemd in die Ecke stellen konnte :-) Nach einer ausgiebigen Dusche hiess es schlafen gehen. Was bleiben, sind die durchwegs positiven Erinnerungen, welche ich hier versucht habe, zu Blatt zu bringen, auch wenn ich nicht alles erfassen konnte.
Toffen, 2. Juli 2006